Die Begriffe Repricing und dynamische Preisgestaltung werden im E-Commerce oft synonym verwendet. Das ist verständlich, da es in beiden Fällen darum geht, Preise intelligenter auf Basis von Marktinformationen anzupassen. Es gibt jedoch einen wichtigen Unterschied. Wer diesen Unterschied nicht klar versteht, wählt eher die falschen Tools oder erstellt Preisregeln, die entweder zu eng oder im Gegenteil zu weit gefasst sind.
In diesem Artikel erläutern wir den Unterschied zwischen Repricing und dynamischer Preisgestaltung, wann ein Webshop in erster Linie von Repricing profitiert und wann ein umfassenderer Ansatz der dynamischen Preisgestaltung logischer ist.
Was ist Repricing?
Die Preisanpassung ist die automatische Preisanpassung anhand vordefinierter Regeln, in der Regel mit Fokus auf die Wettbewerbsposition. Ausgangspunkt ist oft die Frage: Wie schneidet mein Preis im Vergleich zu relevanten Wettbewerbern ab, und wie möchte ich darauf reagieren?
Ein Repricer achtet daher oft genau auf die Marktpreise und setzt Preisanpassungen innerhalb klar definierter Grenzen schnell um. Dies macht Repricing besonders geeignet für Märkte mit starkem Wettbewerb, wie Marktplätze, Vergleichsportale oder Produktkategorien mit erheblichem direktem Preisdruck.
Was ist dynamische Preisgestaltung?
Dynamische Preisgestaltung ist umfassender. Zwar passen sich die Preise auch dem Markt an, doch basiert die Logik nicht allein auf dem Wettbewerb. Typischerweise fließen zusätzliche Faktoren wie Marge, Lagerbestand, Produktrolle, Vertriebskanal, Saison oder kommerzielle Prioritäten in die dynamische Preisgestaltung ein.
Dadurch wird die Preisgestaltung eher zu einem strategischen System als bloß zu einer Reaktion auf den Wettbewerb. Dynamische Preisgestaltung berücksichtigt daher nicht nur die Marktentwicklung, sondern auch die Frage: „Was ist für uns wirtschaftlich sinnvoll?“
Der wichtigste Unterschied in einem Satz
Preisanpassungen sind in der Regel stärker wettbewerbsorientiert. Dynamische Preisgestaltung ist in der Regel strategisch stärker motiviert.
Das bedeutet nicht, dass Preisanpassungen einfach und dynamische Preisgestaltung komplex sein müssen. Es bedeutet vielmehr, dass dynamische Preisgestaltung mehr Variablen in die Entscheidungslogik einbezieht.
Wann ist eine Preisanpassung angebrachter?
Eine Preisanpassung ist in der Regel dann sinnvoll, wenn die Preise der Wettbewerber die wichtigste Kontrollvariable darstellen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Sie in Märkten aktiv sind, in denen sichtbare Preispositionen den Umsatz schnell beeinflussen und Sie besonders schnell auf Wettbewerbsbewegungen reagieren möchten.
Betrachten wir beispielsweise folgende Situationen:
- starker direkter Wettbewerb bei denselben Produkten;
- starker Preisdruck auf Marktplätzen oder Vergleichsportalen;
- die Notwendigkeit, schnell auf sichtbare Marktveränderungen zu reagieren;
- ein klarer Fokus auf die Wettbewerbsposition innerhalb der vorgegebenen Margengrenzen.
Für solche Situationen ist eine Software zur Preisanpassung oft eine logische Grundlage.
Wann ist dynamische Preisgestaltung besser geeignet?
Dynamische Preisgestaltung wird interessanter, wenn Sie die Preisgestaltung nicht nur auf den Wettbewerb stützen möchten. Beispielsweise, wenn Lagerbestände, Produkteinführungen, Vertriebskanalunterschiede oder Margenverbesserungen eine wichtige Rolle spielen. In diesem Fall sollten Sie mehr als nur die Position relativ zum günstigsten Wettbewerber steuern.
Dynamische Preisgestaltung ist oft besser geeignet, wenn:
- Ihre Produktgruppen verfolgen unterschiedliche kommerzielle Ziele;
- Der Lagerbestand spielt eine wichtige Rolle bei Preisentscheidungen;
- Sie möchten die Preise nach Möglichkeit auch kontrolliert erhöhen;
- Sie möchten die Preisgestaltung für jeden Kanal unterschiedlich angehen.
Lesen Sie dazu auch, wie eine dynamische Preisstrategie für Webshops funktioniert.
Können Preisanpassung und dynamische Preisgestaltung miteinander vereinbar sein?
Ja. In der Praxis ist die Trennlinie nicht immer eindeutig. Viele moderne Plattformen kombinieren Preisanpassung und dynamische Preisgestaltung. Wettbewerbsdaten bleiben wichtig, werden aber durch übergreifende Regeln zu Marge, Lagerbestand und Geschäftszielen ergänzt.
Dies ermöglicht es Ihnen, wettbewerbsorientierte Geschwindigkeit mit strategischer Tiefe zu verbinden.
Was läuft schief, wenn Ihnen dieser Unterschied nicht klar ist?
Dann stößt man üblicherweise auf zwei Risiken. Entweder man wählt einen zu engen Ansatz, obwohl die Preisgestaltung eigentlich mehr Kontext benötigt, oder man wählt einen zu breiten Ansatz, obwohl man anfänglich vor allem auf Geschwindigkeit im Hinblick auf seine Wettbewerbsposition Wert gelegt hat.
In beiden Fällen passt das Werkzeug nicht gut zu dem Problem, das Sie eigentlich lösen wollen.
Was bedeutet das für Ihre Preisregeln?
Bei der Preisanpassung sind die Preisregeln oft direkt an den Wettbewerb gekoppelt, beispielsweise „Preis knapp unter dem von Wettbewerber X, aber niemals unter der Marge Y“. Bei der dynamischen Preisgestaltung sind die Regeln in der Regel komplexer, zum Beispiel „Preis weniger aggressiv gestalten, wenn der Lagerbestand niedrig ist“ oder „für Produkteinführungen eine andere Logik anwenden als für das Standardsortiment“.
Mit anderen Worten: Preisanpassungsregeln reagieren oft direkt auf die Marktposition, während dynamische Preisregeln mehr Kontext berücksichtigen.
Was ist besser für einen Webshop?
Das hängt von Ihrer Situation ab. Für manche Onlineshops ist die Preisanpassung genau richtig, da die Geschwindigkeit im Vergleich zum Wettbewerb den größten Engpass darstellt. Für andere Onlineshops ist die dynamische Preisgestaltung sinnvoller, da die Preisgestaltung Teil einer umfassenderen Geschäftsstrategie sein muss.
Oft beginnt ein Webshop mit der Anpassung der Preise und erweitert diese später zu einem umfassenderen dynamischen Preisansatz.
Wie lässt sich diese Entscheidung in der Praxis umsetzen?
Stellen Sie sich ein paar Fragen:
- Ist meine Wettbewerbsposition mein Hauptproblem bei der Preisgestaltung?
- Spielen Lagerbestand und Gewinnspanne bereits eine wichtige Rolle bei Preisentscheidungen?
- Möchte ich in erster Linie schneller reagieren oder auch strategischer steuern?
- Variiert meine Preislogik je nach Vertriebskanal, Marke oder Produktgruppe erheblich?
Je umfassender der erforderliche Kontext, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass dynamische Preisgestaltung besser geeignet ist.
Lesen Sie innerhalb dieses Themenbereichs weiter.
Möchten Sie diesen Unterschied näher untersuchen? Dann lesen Sie auch:
- Was ist dynamische Preisgestaltungssoftware und wann benötigen Sie sie?;
- ein konkretes Beispiel für dynamische Preisgestaltung für Webshops;
- Die Vorteile dynamischer Preisgestaltung für Webshops.
Fazit: Preisanpassung und dynamische Preisgestaltung sind eng miteinander verwandt, verfolgen aber unterschiedliche Ziele.
Sowohl Repricing als auch dynamische Preisgestaltung zielen auf ein intelligenteres Preismanagement ab, basieren aber nicht auf exakt derselben Logik. Repricing konzentriert sich in der Regel stärker auf wettbewerbsbedingte Preisreaktionen. Dynamische Preisgestaltung verfolgt einen umfassenderen Ansatz und verknüpft Preisentscheidungen häufiger mit Marge, Lagerbestand und Strategie.
Möchten Sie genauer untersuchen, welcher Ansatz am besten zu Ihnen passt? Dann besuchen Sie unsere Seiten zu Repricing-Software , dynamischer Preisgestaltungssoftware und dazu, wie dynamische Preisgestaltungssoftware Webshops hilft, ihre Margen schneller zu verwalten.
Häufig gestellte Fragen zu Preisanpassungen und dynamischer Preisgestaltung
Ist Preisanpassung dasselbe wie dynamische Preisgestaltung?
Nein. Bei der Preisanpassung spielt der Wettbewerb in der Regel eine größere Rolle, während die dynamische Preisgestaltung zusätzliche wirtschaftliche Faktoren wie Marge und Lagerbestand berücksichtigt.
Kann ein Repricer auch dynamische Preisgestaltung durchführen?
Manchmal. Viele Tools kombinieren beide Funktionen, je nachdem, wie umfangreich die Preisregeln und Datenquellen sind.
Wo fängt man am besten als Online-Shop an?
Das hängt von Ihrem Engpass ab. Liegt das Problem in der Wettbewerbsfähigkeit und der damit verbundenen Geschwindigkeit, kann eine Preisanpassung ein guter Anfang sein. Soll die Preisgestaltung strategischer ausgerichtet werden, ist dynamische Preisgestaltung oft sinnvoller.